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Roggenmehl als Shampoo: LangzeiterfHAARung

  • Lilo
  • 13. Apr. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Wir haben vor einigen Monaten über das Haarewaschen mit Roggenmehl berichtet. Erfahre hier über unsere Langzeiterfahrung mit Roggenmehl und was 100 Bürstenstriche damit zu tun haben:



Lilo (feines, glattes Haar)


Ich wasche meine Haare nun seit vielen Monaten regelmässig mit Roggenmehl und habe, mit Ausnahme im Urlaub, auf herkömmliches Shampoo verzichtet. Ich habe jeden Rückfall bereut - durch das Shampoo hatte ich hatte teilweise Pickel an der Kopfhaupt, die Haare waren weniger voluminös und sehr schnell wieder fettig und verknotet. Nach diesen Monaten fühlen sich meine Haare gesund an, sind weniger verknotet, voluminöser und werden weniger schnell fettig. Vor meiner Umstellung musste ich meine Haare fast täglich waschen, da sie sehr schnell fettig wurden.


Der Weg dahin war zugegeben nicht ganz einfach - vor allem die Übergangsphase in den ersten vier Wochen war nicht ganz ohne. Meine Haare wurden zwar sauber, sie fühlten sich jedoch noch an gewissen Stellen (vor allem am Wirbel) klebrig an. Ich musste meine Haare gleich oft waschen wie zuvor (ca. jeden 2. Tag) und war mehrmals kurz davor aufzuhören. “Vielleicht klappt es einfach nicht bei mir?” - dachte ich mir oft. Es gibt (bis jetzt) leider zu wenig Langzeiterfahrungsberichte, deshalb musste ich meine eigenen Langzeiterfahrungen machen, die ich nun mit euch teilen möchte.


Nach ca. 4 bis 5 Wochen hatte ich es endlich geschafft, dass meine Haare nach dem Waschen nicht mehr klebrig sondern sauber waren. Vielleicht hat es einfach auch so lange gedauert, weil ich dann den Dreh raushatte: Ich trage das Roggenmehl mit der Bürste auf und lasse es lange Zeit einwirken, so dass es gleichzeitig als Haarmaske dient.


Meine Kopfhaut fettet zwar im normalen Bereich weiter - das ist auch normal und wichtig, denn fettige Kopfhaut entsteht, wenn die darin befindlichen Talgdrüsen einen Überschuss an öligem Sekret bilden. Kopfhaut und Haare benötigen dieses Sekret in einem gewissen Umfang, um gesund zu bleiben. Ich habe gelernt, das positive aus diesem Fett zu ziehen:


Neben dem Waschen mit Roggenmehl habe ich noch zusätzlich angefangen 2x pro Tag ca. 100 Bürstenstriche mit einer Haarbürste mit Wildschweinborsten zu bürsten. Durch das Bürsten wird das Fett (Sebum) in die Spitzen verteilt. Sebum ist quasi die Körpereigene Pflege für die Haare. Durch das Bürsten fühlen sich mein Haar besser an und es fettet weniger schnell.


Was mir mit meinen dünnen Haaren zusätzlich hilft: ich mache mein Haar z.B. durch Locken voluminöser, so kleben die Haare weniger an der Kopfhaut und fetten weniger schnell nach.



Stitch (dickes, lockiges Haar)


Lilo hat mir des Öfteren von ihren Erfolgen mit der No-Poo Variante erzählt und hat mich schliesslich mit ihren Vorher-Nachher Bilder überzeugt. Ich habe eher dickeres, lockiges/welliges Haar. Meine Kopfhaut ist auch eher trocken und bringt Schuppen mit sich. Also das komplette Gegenteil von Ursina allerdings musste ich dem ganzen doch einen Versuch schenken. Ich habe meine Haare für eine längere Zeit nur mit Wasser gewaschen, habe Natron versucht - No Poo ist mir also bekannt - jedoch war ich nicht sehr überzeugt von diesen Varianten. Die Erfahrung mit Roggenmehl hat mich allerdings ziemlich überrascht. Nach nur einer Haarwäsche habe ich einen Unterschied gemerkt. Meine Kopfhaut fühlte sich super an - hatte keine Schuppen. Die Haare waren geschmeidig und auch die locken - die teilweise etwas von der Hitze und Haare färben leiden - waren definierter und auch die Spitzen sehen gepflegter aus.

Ich verwende es seither regelmässig und bin nun auch etwas geübter beim Gebrauch. Meine Anfangsfehler waren, dass ich mir weniger Zeit genommen habe, die ganze Kopfhaut einmassieren und schliesslich gründlich auswaschen, aber das hat sich nun eingependelt.



Unsere Bilanz nach mehreren Monaten

Natürlich hat diese Methode auf Nachteile - doch der grösste Minuspunkt ist für uns, neben dem Zeitfaktor, der erhöhte Putzaufwand im Bad. Im Urlaub ist es tatsächlich je nach dem nicht möglich sich die Haare mit Roggenmehl zu waschen, denn diese Haarwaschmethode braucht sehr viel Wasser(druck).


Shampoo und Haarmaske 2 in 1: Das Roggenmehl eignet sich auch optimal als Haarmaske. Trage das Roggenmehl einfach auf das nasse Haar auf und bürste es mit einer Nasshaarbürste ein, lasse es für 15-45 Minuten einwirken. Nach dem Auswaschen sind deine Haare nicht nur sauber, sondern auch noch super gepflegt.


Buchweizenmehl eignet sich als Alternative auch - es macht die Haare noch voluminöser, doch im Gegensatz zum Roggenmehl ist der Reinigungsfaktor geringer.


Der Aufwand ist grösser als mit herkömmlichen Haarwaschmethoden, doch der etwas höhere Aufwand lohnt sich für uns, denn die Vorteile überwiegen deutlich. Falls es dir zu aufwändig ist für jede Haarwäsche, sind deine Kopfhaut und dein Haar auch schon dankbar, wenn du es ab und zu versuchst.

Wir schaffen es mittlerweile die Haare in 15 Minuten zu waschen und auszuspülen - was ist dein Rekord? Erzähle uns von deiner Erfahrung in den Kommentaren.

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